· 6 Minuten Lesezeit
Fast jedes Unternehmen hat ein Backup. Deutlich weniger wissen, wie lange eine Wiederherstellung dauert – und ob sie überhaupt gelingt. Den Unterschied merkt man immer am schlechtesten Tag.
Eine erfolgreiche Sicherung bedeutet: Die Software hat Daten gelesen und irgendwohin geschrieben. Sie bedeutet nicht, dass diese Daten vollständig sind, dass sie sich zurückspielen lassen, dass das Ziel im Ernstfall noch existiert oder dass jemand weiß, wie die Wiederherstellung geht.
Die unangenehmen Überraschungen sind in der Praxis fast immer dieselben: Eine Datenbank wurde im laufenden Betrieb kopiert und ist danach nicht konsistent. Ein neuer Server wurde vor acht Monaten dazugestellt und nie in den Sicherungsplan aufgenommen. Die Sicherung läuft auf eine Festplatte, die seit Monaten Fehler meldet, die aber niemand liest. Oder das Zurückspielen funktioniert – dauert nur vier Tage.
Bevor über Technik geredet wird, brauchen Sie zwei Antworten aus dem Betrieb, nicht aus der IT:
Erst aus diesen beiden Zahlen ergibt sich ein sinnvolles Backup-Konzept. Umgekehrt wird es teuer: Wer alles maximal absichert, zahlt für Sicherheit, die niemand braucht – und übersieht dabei gern das System, auf das es wirklich ankommt.
Die bewährte Faustregel lautet: drei Kopien Ihrer Daten, auf zwei unterschiedlichen Medien, davon eine außer Haus. Seit Verschlüsselungstrojaner zum Alltag gehören, kommt ein wichtiger Zusatz dazu: Mindestens eine Kopie muss nicht veränderbar oder physisch getrennt sein.
Der Grund ist unangenehm einfach. Moderne Angriffe suchen gezielt nach Sicherungen und löschen oder verschlüsseln sie, bevor sie den Rest verschlüsseln. Ein Backup, das der Server mit denselben Zugangsdaten erreicht, mit denen der Angreifer arbeitet, ist kein Backup – es ist eine weitere Datei, die mitverschlüsselt wird. Getrennte Zugangsdaten für die Sicherungsumgebung sind deshalb kein Formalismus, sondern der Kern der Sache.
Ein hartnäckiger Irrtum: „Die Daten liegen in der Cloud, Microsoft sichert das." Microsoft sorgt dafür, dass der Dienst verfügbar bleibt. Für Ihre Inhalte sind Sie zuständig. Gelöschte Postfächer, Teams-Dateien und SharePoint-Inhalte sind nach Ablauf der Papierkorbfristen weg – und diese Fristen sind kürzer, als die meisten annehmen. Wer nach einem halben Jahr feststellt, dass ein ausgeschiedener Mitarbeiter Projektdaten mitgelöscht hat, steht ohne eigene Sicherung mit leeren Händen da.
Ein Restore-Test ist keine Übung für die IT-Abteilung, sondern eine Antwort für die Geschäftsführung. Er beantwortet vier Fragen:
Der Test gehört protokolliert: Datum, wiederhergestelltes System, gemessene Dauer, Auffälligkeiten. Dieses Protokoll ist im Schadensfall auch gegenüber Versicherung und Datenschutzbehörde etwas wert.
Kurz gesagt: Ein Backup ist eine Versicherung, deren Police niemand gelesen hat. Der Restore-Test ist das Lesen der Police – einmal im Jahr, bevor der Schaden eintritt.
Beim Backup & Restore Check gehen wir genau diesen Weg mit Ihnen: Wir prüfen, was gesichert wird, stellen zur Probe wieder her, messen die Dauer und halten das Ergebnis schriftlich fest.
Wenn die Antwort „weiß ich nicht" lautet, klären wir das in 20 Minuten am Telefon. Kostenlos und unverbindlich.